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"Das ist mir wurscht"

Martina Schwarzmann ist eine der gefragtesten Kabarettistinnen in Bayern. Auf dem Roten Bankerl erzählt sie, wie es dazu kam.

Redaktion: Spielen Sie Kabarett oder Comedy?
Martina Schwarzmann: Kabarett. Oder Comedy. Wo sind die Grenzen? Mir ist wurscht, wie man das nennt. Hauptsache, die Leute haben Spaß.

Redaktion: Würden Sie sagen, dass Kabarettisten, um erfolgreich zu sein, das Fernsehen brauchen?
Schwarzmann: Nein. Man kann sich alles live erspielen. Gut, dass ich beim Tollwood-Festival vor 3.500 Besuchern gespielt habe - da hilft die Fernsehpopularität...

Redaktion: In einem früheren Interview haben Sie gesagt, dass Fredl Fesl und Hans Söllner zu Ihren Vorbildern gehören. Wie soll man das verstehen? Die beiden sind ja sehr unterschiedlich in Musik und Text.
Schwarzmann: Beide haben mich schon sehr stark geprägt, halt jeder auf seine Art. Beim Fredl Fesl war es die Art zu leben, unkompliziert und so, wie er es sich selber vorgestellt hat, unbeeinflusst. Hans Söllner hat mich vor allem während meiner Pubertät beschäftigt, dieses Rebellentum. Und dass er den Eltern auf den Seiher ging.

Redaktion: Sie werden bald Mama - wann genau? Wissen Sie schon, ob Mädel oder Bub, und wie soll es heißen?
Schwarzmann: Termin ist im März. Was es wird, ist mir ziemlich wurscht - man kann aus allem ein Mädel machen (Ehemann und werdender Papa aus dem Hintergrund: „Oder einen Buben!“). Auf Namen haben wir uns schon festgelegt, aber die bleiben geheim. Ich mag überhaupt Geheimnisse. Manchmal halte ich neue Lieder geheim und überrasche damit alle auf der Bühne.

Redaktion: Eines Ihrer bekanntesten Lieder ist das von der Gummipuppe Modell Sabine, bei dem Sie Ihre Mimik bemühen. Liegt Ihnen das Mimische?
Schwarzmann: Ja, ich mache viel mit dem Gesicht. Ich rühre mich ja sonst nicht. Aber zum Theater will ich nicht. Ich bin „nur“ Kabarettistin.

Redaktion: An einem Rosenmontag starb der Komiker Karl Valentin, an einem Rosenmontag wurde die Komikerin Martina Schwarzmann geboren. Haben Sie etwas mit Valentin gemeinsam, sind Sie ein Faschingsmensch?
Schwarzmann: Mancher bezeichnet mich als „valentinesk”. Mir ist das nicht bewusst. Früher habe ich keinen Fasching ausgelassen und habe mich gerne maskiert und zwar mit Kostümen, vor dem sich alle am meisten gegraust haben.

Redaktion: Gegraust? Welche?
Schwarzmann: Einmal bin ich als nackerte Frau gegangen, im Kostüm. Dabei habe ich mir unter die Achseln so alte Fellbüschel genäht. Humor hat was mit Ekel zu tun. Übrigens: Auch Johnny Cash hat am Rosenmontag Geburtstag.

Redaktion: Also, erstens gibt es in Amerika keinen Rosenmontag und zweitens fällt er jedes Jahr auf einen anderen Tag - von wegen Geburtstag.
Schwarzmann: Das ist mir wurscht.

Redaktion: „Mir g´langt, dass I woaß, dass I kannt´, wenn I woll´n tat´, aber I tu´s net, …..“ - ein Satz von Ihnen. Ist er autobiografisch?
Schwarzmann: Ja. Ich könnte leicht ein größeres Auto haben, aber ich will keines, weil es mir wurscht ist. Ich muss keinem was beweisen.

Redaktion: Martina, ganz privat: Was liegt Ihnen am Herzen, was würden Sie neben Ihrer Berufung gerne erreichen?
Schwarzmann: Mein größter Wunsch ist es, eine g’scheite, lustige und stabile Familie zu haben, für die ich auch genügend Zeit habe. Im sozialen Bereich engagiere ich mich eher im Kleinen, von Fall zu Fall. Zum Beispiel bei der dritten Startbahn in Erding oder bei der Isental-Autobahn. (pk)

pk 23.02.2010

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