Ein Muss für jeden Malta-Urlauber ist ein Besuch der Nachbarinsel Gozo mit ihren vielen barocken Kirchen und Tempeln.
Foto:Eike Schlüter

Ein Streifzug durch die Geschichte

Liebe auf den ersten Blick empfindet kaum einer, der beim Landeanflug auf Malta aus dem Flugzeugfenster blickt. Kahl, fast vegetationslos und zu dicht bevölkert wirkt die Insel. Und doch hat sie jede Menge zu bieten, sie atmet Geschichte.

Valletta/Malta.
Auf Schritt und Tritt stoßen Besucher auf die eindrucksvollen Zeugnisse einer fast 7.000 Jahre alten Historie. Kein Wunder, denn das Mittelmeereiland hat es schon den antiken Völkern der Phöniker, Karthager, Römer und Byzantiner angetan. Ihnen folgten die Araber, Türken, Franzosen und viele weitere Kulturen, die allesamt ihre Spuren hinterließen. - Zuletzt die Briten, von denen Malta und die Nachbarinsel Gozo ihre zweite Landessprache, den Linksverkehr, die typisch-englischen Telefonhäuschen und nicht zuletzt jede Menge ausrangierte Autobusse „erbten”. Erst seit 1964 sind die Inseln unabhängig.

Ein Streifzug durch Malta ist also ein Streifzug durch die Geschichte. Viele massive Steinblöcke ragten schon in der Steinzeit von dem ansonsten recht flachen Eiland empor. Die Tempelanlage von Ggantija auf Gozo gilt als das erste frei stehende Bauwerk der Welt. Ein ganz besonderes historisches Schmuckstück ist Valletta, die als einzige Hauptstadt der Welt von der UNESCO unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Valletta lässt sich prima zu Fuß erkunden, weshalb es auch von vielen Mittelmeerkreuzfahrtschiffen für einen Tagesausflug angesteuert wird. Auch sonst kann man auf Malta auf ein Auto gut verzichten. Es gibt ein hervorragend ausgebautes Busnetz und eine Fahrt mit einem der herrlich bemalten Oldtimerbusse gehört ohnehin zur Pflicht der 1,1 Millionen Touristen, die jedes Jahr auf die Insel kommen. Zu den Nachbareiländern Gozo und Comino mit seiner faszinierenden „Blauen Grotte” verkehren mehrmals am Tag Fähren.

Auch für weniger Geschichtsinteressierte hat das Land mit der viertgrößten Einwohnerdichte der Welt - die fast 400.000 Einwohner leben auf einer Fläche von nur 316 Quadratkilometern - allerhand zu bieten. Zwar gilt Malta nicht als klassische Badeinsel, verfügt aber über mehrere schöne Sandstrände. Taucher und Segler kommen hier ganz besonders auf ihre Kosten.

Der größte Teil des Nachtlebens spielt sich in Paceville, einem Stadtteil von St. Julians, ab. Hier reiht sich Disco an Disco, man findet aber auch ruhigere Bars und Bowlingbahnen sowie moderne Kinos. Wer selbst für Unterhaltung sorgen möchte, hat in einer der vielen Karaoke-Bars die Gelegenheit dazu. Und für alle, die das nötige Kleingeld haben, bietet die Insel auch einige Casinos, in denen man sein Glück versuchen kann. Die Landeswährung ist seit 2008 übrigens auch auf Malta der Euro.

Beste Reisezeit ist im Frühjahr und Herbst. Im Sommer wird es oft unerträglich heiß, dann klettern die Temperaturen auf bis zu über 40 Grad. Aber auch in der Winter- und Weihnachtszeit lohnt ein Besuch, zumal man die geschichtsträchtige Kreuzritterinsel von München aus in nur zwei Flugstunden erreicht. Das Weihnachtsfest spielt in Malta eine besondere Rolle und wird von der zu 98 Prozent katholischen Bevölkerung mit vielen religiösen Traditionen begangen. Während der Adventszeit erscheinen die unzähligen barocken Gemeindekirchen noch prächtiger als sonst - ihre Innenräume erstrahlen in feierlichem Rot und die Altäre sind mit Blumen geschmückt. Und da Malta zu den wärmsten Inseln des Mittelmeerraums zählt, kann man bei meist angenehmen 18 bis 20 Grad auch dann noch in den Straßencafés die Seele baumeln lassen.

Eike Schlüter 28.11.2009

Artikel drucken       Fenster schliessen


URL zu diesem Artikel:
www.chiemsee-nachrichten.de/zet_report_3_45793.html
Links zu diesem Artikel:

Copyright 2009 by chiemsee-nachrichten.de