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Von Hundsöd über Höll ins Himmelreich
Ob es sich in den zwei „Öd“ und den acht „Oed“ im Landkreis furchtbar langweilig lebt, kann der Experte nicht wissen - wohl aber, dass dies in unserer Siedlungsstruktur mit vielen abgelegenen Einzelhöfen ein häufiger Name ist. Häufig wurde „Öd“ ergänzt durch den Namen des Besitzers (Vogelöd oder Paulöd). Bei „Hundsöd“ steckt wohl eine Abwertung dahinter; zum Beispiel wegen des wenig fruchtbaren Bodens.
Immer wieder haben Ortsnamen ihren Ursprung in Berufsgruppen, die dort ansässig waren: „Eisenärzt“ spielte zur Zeit Kaiser Ludwig des Bayern eine große wirtschaftliche Rolle; noch im 19. Jahrhundert war dort eine Schmiede. Weniger deutlich ist es bei „Harpfing“ bei Schnaitsee: schon 1320 ist es als „Harpfern“ genannt - bei den Harfenmachern. Lange waren die Handwerker dort spezialisiert auf die Herstellung von Harfen. Amüsant sind auch „Fritz am Sand“, „Schuster am See“, „Herzog im Feld“ oder „Hainz am See“. Der Namenforscher erklärt am Beispiel von „Fritz am Sand“, nahe Ruhpolding: Um 1810 hieß der Weiler einfach „Fritzhof“ - der Hof eines Fritz. Zur Unterscheidung anderer Fritz-Orte bekam er später den Zusatz.
„Donau“ bei Marquartstein hat im übrigen nichts mit dem Fluss zu tun. Viel mehr hauste dort ein Rappold Tannauer - und Tannau wurde zu Donau. Und in „Wien“ bei Inzell wohnte sehr wahrscheinlich mal einer, der aus Wien hergezogen ist.
Weder in „Groß-“ noch in „Kleinscherzhausen“ muss es besonders lustig zugehen: 1409 sind die Weiler bei Waging als „Scherfhausen“ verzeichnet, später „Schershausen“. „Scher“ deutet auf den Familiennamen eines Schneiders oder Barbiers hin. „Rausch“ kann, muss aber nicht, auf die Vorliebe eines einstigen Bewohners zurückgehen. Und bei „Umundum“ bei Fridolfing liegt es nahe, dass dort ein Einwohner zu Wirrwarr und Tumult neigte.
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