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Dramatische Studie: Spekulanten haben den Ölmarkt in der Hand


Die Spekulation war der Hauptgrund für die Preisanstiege beim Öl in der ersten Jahreshälfte. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Masters Capital Management, die in dieser Woche von Politikern im Weißen Haus veröffentlicht wurde. Die Studie fand heraus, dass Investoren von Januar bis Juli 60 Milliarden US-Dollar in Erdöl investierten, als der Ölpreis sich von 95 auf 145 US-Dollar/Barrel verteuerte.

Seither hätten sie wieder 39 Milliarden US-Dollar vom Ölmarkt abgezogen, und Erdöl ist zuletzt auf 102 US-Dollar/Barrel an der NYMEX in New York gefallen.

 

"Wir haben ganz klare Anzeichen dafür, dass Fonds den Ölpreis nach oben drückten, und auch für die jüngste Abwärtsbewegung verantwortlich sind“, so Michael Masters von Masters Capital Management. Der Umfang der von Fonds in den Ölmarkt investierten Gelder seien seiner Meinung nach “völlig übertrieben“ gewesen.

Am 15. Juli hätten alle Fonds plötzlich versucht, zu verkaufen, was den Preis dramatisch nach unten drückte. „Diese großen Fonds sind zur Hauptursache für den Anstieg der Ölpreise geworden“, so der Report.

In der nächsten Woche wird die US-Terminbörsenaufsicht CFTC dem US-Kongress Maßnahmen vorschlagen, wie die exzessive Spekulation an den Ölmärkten unterbunden werden kann. Auch die CFTC hat in einem Interimsbericht Mitte August die Spekulation für die erhöhte Volatilität an den Ölmärkten verantwortlich gemacht.

US-Senator Byron Dorgan will von der CFTC wissen, wie es Spekulanten möglich war, die Ölpreise mehr als 50 Prozent nach oben zu bewegen, ohne dass es der CFTC möglich war, etwas dagegen zu tun. „Die CFTC hat geschlafen“, so der Vorwurf des Senators. Die CFTC ist in den USA für die Regulierung und Kontrolle der Terminbörsen und damit auch für das ordentliche Funktionieren des Ölhandels an der New Yorker NYMEX verantwortlich.

Eine Gremium, dass mehrere Ministerien umfasst und von der CFTC angeführt wird, untersucht seit dem Frühjahr die Interaktion und Rolle von Spekulanten an den Terminbörsen. Im Juli behauptete die CFTC noch, dass “fundamentale Faktoren” wie das Angebot und die Nachfrage für den Preisschub beim Öl verantwortlich wären. Erst im August gestand die CFTC ein, dass Spekulanten wohl doch eine größere Rolle bei den Preisbewegungen in der ersten Jahreshälfte gespielt haben.

“Die CFTC hat ihren Kopf in den Sand gesteckt”, kritisiert auch der republikanische Senator Bart Stupak. Einige Politiker in den USA werfen der CFTC vor, im Juli versucht zu haben, ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, indem sie die Preissteigerungen auf Fundamentaldaten zurückführte. Sie soll damit versucht haben, ihre Verantwortung abzuschieben. Es hätte gehießen, dass es Spekulanten nicht möglich war, die Preise an den Terminbörsen zu manipulieren. Wie sich nun zeigt, waren Spekulanten dazu aber sehr wohl in der Lage.

 

Mitte September wird die CFTC ihre Untersuchungsergebnisse vor dem US-Kongress präsentieren. Man darf gespannt sein, wie sich die Politik zu den Ereignissen an den Ölmärkten stellen wird.

Schöne Grüße

Ihr Jochen Stanzl

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(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Stanzl Jochen, Redakteur)

Boerse-Go.de 11.09.2008
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