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Rupert „Bertl” Wolfswinkler gibt den Ton an
Fleißig. Als Hochzeitslader ist Rupert Wolfswinkler in den vergangenen 60 Jahren unzählige Male im Einsatz gewesen. Noch heute ist der Terminkalender des 82-jährigen Tittmoningers voll.
Tittmoning. Es gab Zeiten, da hatte Rupert „Bertl” Wolfswinkler vier Hochzeiten in einer Woche. „In den fünfziger Jahren heiratete man von Montag bis Donnerstag, die Samstag-Hochzeiten kamen erst in den Sechzigern auf”, erklärt der Senior aus Laufing bei Tittmoning. Es gab Tage, da kam er erst um 4 Uhr morgens nach Hause und musste schon um 5 Uhr morgens wieder raus aus den Federn: „Ich saß schon oft müde in meinem Goggomobil.” Der gefragte Hochzeitslader musste oft auch weite Strecken zurücklegen, bis nach Landau an der Isar holten ihn Hochzeitspaare.
Daheim auf dem Hof hielt seine Ehefrau Resi die Stellung, kümmerte sich um die drei gemeinsamen Kinder. Sie ließ ihren Mann ziehen, „schließlich brachte das Hochzeitsladen mehr Ertrag als unsere kleine Landwirtschaft”, so Wolfswinkler. „Und ich hab’ ihr natürlich versprochen, dass ich keinen Schmarrn mach’”, sagt er lächelnd.
Das Markenzeichen des Hochzeitsladers aus Laufing bei Tittmoning ist seine Zither. Mit ihr hat alles angefangen. Wenn der Knecht vom Nachbarshof abends nach der Feldarbeit mit seiner Ziach auf der Hausbank spielte, dann bekam der kleine Rupert große Ohren. „Mama, Papa, i mog a Ziach”, bettelte er schon als Siebenjähriger. Doch das Instrument hätte 200 Mark gekostet. „So viel wie damals eine Kuh.”
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