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Foto:Judith Schmidhuber

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Warum der Maier nicht Huber heißt


Warum heißt der Huber nicht Schmid und der Leitner nicht Berger? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich der Heimatforscher Franz Gaßner aus Emertsham.

EMERTSHAM / TACHERTING. Winterzeit ist für Franz Gaßner Forschungszeit: Wenn es draußen kalt ist, sitzt er in seinem kleinen Büro, blättert in Fachliteratur, liest Heimatbücher und tippt Texte in seinen Computer. Heimatforschung ist seit dreizehn Jahren sein Hobby. Ein besonderes Augenmerk legt Gaßner dabei auf die Entstehung von Namen. „Ich bin zwar kein Wissenschaftler”, betont der 69-Jährige, „aber ich habe mein Wissen mit Fachliteratur vertieft und viel Zeit in Archiven verbracht.”

Da es keine exakten Aufzeichnungen gibt, könne man immer nur Vermutungen anstellen, woher Namen kommen. In einer Sache ist sich der Hobbyforscher aber sehr sicher: Hof-, Flur- und Ortsnamen sind nie erfunden worden, sondern immer aus einer bestimmten Situation heraus entstanden.

„Meistens hängen die Namen mit dem Umfeld zusammen”, erklärt er. Als typisches Beispiel nennt Gaßner dazu „Maier”, einen Namen, den im Mittelalter stets der größte Hof bekommen hat. „Deshalb gibt es in fast jedem Ort einen ‚Moier‘.” Gab es mehrere größere Höfe, wurden daraus eben „Hintermoier”, „Vordermoier”, „Niedermoier” und so weiter. Auch landschaftliche Merkmale taten ihr übriges bei der Namensgebung, so Gaßner: Der Bergerhof liegt an einem Berg, der Leitnerhof an einem Hang, der Lacknerhof an einem Weiher.

Als langwierigen Prozess bezeichnet er die Entstehung der Familiennamen. „Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert gab es ein drastisches Wachstum der Bevölkerung. Dadurch haben sich gleiche Rufnamen vermehrt.” Auf dem Land wurden dann Hofnamen als Familiennamen vergeben. Allerdings vermutet Gaßner, dass die Zeiten für Heimat- und Ahnenforscher noch komplizierter werden: „Mit dem neuen Namensrecht für Eheleute sind heutzutage alle möglichen Kombinationen möglich”, erzählt er.

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Judith Schmidhuber 09.02.2010
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