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Rumpelstilzchen für Erwachsene
Wasserburg am Inn - Es ist zwar schon ein paar Jahre her, dass sich Graz 2003 als Kulturhauptstadt Europas bezeichnen durfte. Die zweitgrößte Stadt Österreichs scheint aber immer noch Künstler zu inspirieren. So auch Niki Mayr und Hank Höfellner vom Burghausener «Cabaret des Grauens».
In einem Café an der Mur kam den beiden Jungautoren im Februar diesen Jahres die Idee, sich an den Märchenklassiker Rumpelstilzchen heranzuwagen - einen Stoff, der seit den Gebrüdern Grimm von der Theaterwelt bis heute kaum angetastet wurde.
Mayr und Höfellner haben das Märchen aber nicht nur angetastet, sondern regelrecht am Kragen gepackt und in völlig neuem Gewand in die Gegenwart katapultiert. «Wir wollten die Geschichte entmystifizieren, einige ungeklärte Fragen beantworten und das ganze etwas realistischer gestalten», beschreiben die beiden Theatermacher ihre Herangehensweise an den Grimmschen Märchenklassiker. Auch die Charaktere haben sich gewandelt: Aus dem Müller ist ein Koch geworden, seine Tochter Marie ist von Anfang an schwanger, der König heißt Montgomery und das Rumpelstilzchen arbeitet mittlerweile als Volkskundler - jener Zunft die sich bekanntlich von Berufs wegen mit Märchen beschäftiget.
Wer an diesem Wochenende eine der beiden Aufführungen im Wasserburger Theater Belacqua miterlebt hat, konnte feststellen, dass sich etliche skurrile und komische Momente in die Handlung eingeschlichen haben. Trotzdem ist das Stück weniger Komödie als Tragödie. Eines ist dieses Rumpelstilzchen aber sicherlich nicht: ein Märchen für Kinder.Wer das Stück verpasst hat, braucht sich deswegen nicht wie ein Rumpelstilzchen zu ärgern. Im Herbst ist das «Cabaret des Grauens» mit weiteren Aufführungen zu Gast im Wasserburger Belacqua.
