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Schwuler Organist rechnet ab


Pfaffenmilch. Markus Enders ist Katholik und bekennender Homosexueller. Über eigene Erfahrungen mit Kirche, Missbrauch und Ausgrenzung hat er ein Buch geschrieben.

BAD REICHENHALL. Es ist angenehm kühl in der Bauernhof-Wohnung von Markus Enders. Der gebürtige Rheinländer und selbstständige Weinhändler lebt seit zehn Jahren im Berchtesgadener Land. „Ich wollte schon immer hier her“, sagt er, während er eine Flasche Mineralwasser auf den großen alten Holztisch stellt.

Markus Enders stammt aus einer katholisch geprägten Familie, aber aus keiner strengen. „Bei uns wurde niemand in die Kirche geprügelt“. Als Kind war er Ministrant, mit zwölf Jahren lernte er Orgelspielen, später war er als Küster beschäftigt. Als Zehnjähriger wurde er von einem Kaplan missbraucht, erzählt er. Über 30 Jahre habe er alles perfekt verdrängt und erst letzen Winter seien die ganzen Erinnerungen wieder präsent gewesen, genau zu der Zeit, als viele Missbrauchsvorwürfe gegen die katholische Kirche laut wurden. „Plötzlich konnte ich mich wieder an so viele Details erinnern“. Eine Freundin riet ihm, an die Öffentlichkeit zu gehen, zwei deutsche Fernsehsender brachten seine Geschichte. Markus Enders wartet bis heute auf eine Entschuldigung von Seiten der Kirche, der er trotz allem treu geblieben ist.

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Kathrin Thoma-Bregar 10.08.2010
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