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Ein waschechter Held



Kann die Bombe entschärft werden, erledigt Hanft eben das. „Es gibt etliche verschiedene Zünder, die muss man alle kennen.” Eine heikle Sache. Die Sprengkörper liegen schließlich seit dem zweiten Weltkrieg in der Erde. Wie kann man da schon wissen, ob ein Langzeitzünder noch auslöst oder es sich um einen Blindgänger handelt? Bohren, schrauben, fräsen - Methoden hat Günter Hanft einige. Bisher hat er noch jede Bombe klein gekriegt. „Da gehört auch Glück dazu. Ein Restrisiko bleibt immer.”

Kein Wunder also, dass seine Familie anfangs gar nicht begeistert war. „Aber es ist eben mein Beruf. Einer muss es ja tun”, sagt Hanft. Auch, wenn er dafür in ganz Bayern unterwegs ist, immer auf Abruf bereit stehen muss. Denn passieren tut ständig etwas, das weiß er.
Wie viel Bomben sich bei uns unter der Erde noch befinden, kann keiner genau einschätzen. Sicher ist Günter Hanft, dass jeder Sprengkörper einmal auftaucht. Deshalb mahnt er auch zur Vorsicht. „Ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass Fundmunition kein Spielzeug ist. Liegenlassen und die Experten anrufen”, rät Hanft.

Zweieinhalb Jahre noch, dann wird Günter Hanft 65 Jahre alt. Gedanklich ist die Rente für ihn trotzdem noch weit weg. „Ich gehe gern in die Arbeit”, sagt der Obinger. Er ist ein selbstloser Held. „Ich bin überzeugt davon, dass alles, was wir wegräumen, die Gefahr für die Zivilbevölkerung minimiert. Und darauf bin ich stolz.”

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Judith Schmidhuber 07.09.2010
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