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Spielen steht in der Kinderkrippe an oberster Stelle

Traunsteiner Kinderkrippe Sankt Josef gibt es seit 1987


Traunstein. Zwischen Bauklötzen, Bilderbüchern, Puppen und jeder Menge anderem Spielzeug tummeln sich zwölf Kinder im Alter von ein bis drei Jahren. Julius und Moritz schieben Rennautos durch das bunt gestaltete Zimmer, Lena tollt zwischen Luftballonen hin und her. Vier andere Knirpse ziehen sich gerade ihre Schuhe an, sie gehen gleich hinaus in den Schnee. Alltag in der Traunsteiner Kinderkrippe Sankt Josef. Spielen steht an oberster Stelle.

Spielerisches Lernen gehört allerdings genauso dazu, erklärt Kinderkrippenleiterin Inge Schneider. „Die Kinder können sich frei bewegen und spielen, währenddessen gibt es Kleingruppenangebote.“ Mit diesen „Bildungseinheiten“ kommt die Krippe dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz nach. Fingerspiele, Singen, Malen, Kneten, Tisch- und Bewegungsspiele - langweilig ist’s den Kleinen nicht.

Ab einem Jahr werden die Kinder in der Krippe aufgenommen, dann können sie bereits sitzen, krabbeln und aufstehen. Mit eineinhalb Jahren lernen sie gehen und sprechen, ab zwei Jahren werden sie sauber. Gerade hat eine Erzieherin festgestellt, das es in der Hose einer Zweijährigen stinkt, schon huscht die Kleine in den Waschraum, wo die Kinderpflegerin die Windel wechselt. „Die Kinder schauen sich viel voneinander ab“, erzählt Inge Schneider. „Die jüngeren sehen, dass die älteren schon alleine aufs Töpfchen gehen oder selber ihre Schuhe anziehen.“ Da wundert es einen auch nicht, dass beim Mittag-essen alle ihre Suppe selber auslöffeln können - egal ob ein- oder dreijährig. Schlechte Esser gibt es da nicht. Vielen Eltern ist gerade dieser soziale Kontakt wichtig, weshalb sie ihre Kinder in die Krippe bringen. Um Fortschritte und Neuigkeiten auszutauschen, findet beim Bringen und Abholen immer ein Übergabegespräch zwischen Erzieherinnen und Eltern statt.

Die Kinderkrippe Sankt Josef gibt es seit 1987, sie hat in der Region eine Vorreiterrolle übernommen. „Zu uns kommen viele Erzieherinnen zum Hospitieren“, erzählt Inge Schneider; sie leitet die Traunsteiner Kinderkrippe seit neuneinhalb Jahren. Kein Wunder, hat man dort als erste Kinderkrippe am meisten Erfahrung. 200 Euro kostet die monatliche Gebühr, dann können die Eltern ihr Kind vormittags für vier Stunden bringen, zusätzliche Stunden kosten extra. Dabei sind das nur in etwa 20 Prozent der Kosten, den Rest trägt die Kommune.

Anmeldungen werden jeden Dienstag angenommen, die Eltern müssen dann aber Zeit für die Eingewöhnung mitbringen, mindestens zwei Wochen, erklärt Inge Schneider. „Es soll so behutsam wie möglich ablaufen.“

Judith Schmidhuber 09.03.2010
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