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Wahlkampf im Vorgarten



„Die Wirtschaftskrise ist ein großes Thema und auch alternative Energien. Ich kenne aber auch Leute, die machen ihre Wahl von der Position der Kandidaten zum Thema Abtreibung abhängig.” Sie erzählt von E-Mails die verschickt werden, in denen steht, dass Obama deshalb auf keinen Fall gewählt werden kann. „Es gibt sogar ‚Robocalls‘, also Anrufe, bei denen man die Stimme der Kandidaten hört.”

Das amerikanische Wahlsystem sieht vor, dass man nur dann eine Stimme abgeben darf, wenn man sich vorher registriert. Für die Truchtlachingerin eine logische Angelegenheit: „Hier gibt es ja kein Einwohnermeldeamt.” Das Wahlsystem an sich hält sie für kompliziert, auch wenn sie jetzt schon einige Jahre in den Staaten lebt. „Aber andere Länder andere Sitten.” Die Besonderheit des amerikanischen Wahlsystems sind die so genannten Wahlmänner. Im Auftrag des Wählers küren sie letztendlich den Präsidenten der USA. Das heißt, dass der Kandidat mit den meisten Stimmen nicht zwangsläufig gewinnt.

Sie selber darf nicht wählen gehen, da Evelyne Fernandez als Deutsche nur eine Greencard besitzt und keine amerikanische Staatsbürgerin ist. „Wenn ich könnte, würde ich für Obama stimmen. Seine Absichten liegen definitiv mehr auf meiner Linie - und zwar in sehr vielen Punkten.” Deshalb glaubt Fernandez auch, dass der Senator des Staates Illinois die Wahl für sich entscheiden wird. „Aber vor vier Jahren hätte ich auch nicht erwartet, dass so viele noch einmal den Bush wählen,” erzählt sie. „Damals sagten viele, er habe den Irak-Krieg begonnen, er solle ihn auch zu Ende bringen. Jetzt sehen wir ja, was daraus geworden ist.”

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Judith Schmidhuber 28.10.2008
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